Sonntag, 13. Juni 2010

Lesbisch-schwules Stadtfest: Der Anfang vom Ende?

Heute wurde ich von zwei netten Herren auf das lesbisch-schwule Stadtfest im fröhlichen Stadtteil Schöneberg mitgeschleppt. Es ist jedes Mal das gleiche mit mir: Ich stelle mir so eine Veranstaltung immer recht lustig vor, nur um dann schon bei der Ankunft zu merken, dass ich hier am liebsten gleich wieder weg möchte. Stadtfeste sind generell eine totaaal überschätzte Sache. Im Grunde stehen da immer Bier- und Wurstbuden, ne kleine Bühne auf der schlechte Bands auftreten, und man wird die ganze Zeit dazu angehalten irgendwelche blöden Flyer einzustecken. Wer hat denn bei so nem Kack wirklich Spaß? (Außer die schlechten Bands die gerade auftreten und ihre 15 Minuten Ruhm genießen.) Wenn es sich dann auch noch um ein lesbisch-schwules Stadtfest handelt, dann ist das Trauerspiel komplett.
Und ich spreche mich jetzt mal frei von jeglicher politischer Correctness. Dies ist mein Blog, da schreib ich was ich will: Der einzige Grund wieso so eine peinliche Veranstaltung so viel Zulauf hat ist, weil die Homogemeinde zu allem hinrennt wo ne Regenbogenflagge drauf ist. Dann verlegen die das Berghein auf die Straße, laufen in Lederkluft wo der Arsch raus hängt rum, und feiern eine große Ehemaligen-Fick-Wiedersehensparty. Aber ich möchte nicht einfach Pfeile schießen ohne sie zu begründen:
Auf der offiziellen Webseite zur Veranstaltung steht, das Motto wäre "Gleiche Rechte für Ungleiche". Ich bezweifle allerdings, das einigen das überhaupt bewusst war. Für viele galt eher das Motto "FKK" oder  "Freie Liebe". Ja tatsächlich lief an mir eine Dame vorbei, die nicht mehr trug als einen kleinen Hut. Und ich meine wirklich, sie hatte NICHTS an außer diesem Hut. Dann die ganzen Typen in Lederkluft - Ist das hier ne offizielle Fetischveranstaltung? Nennt mich altbackend oder prüde, aber ich denke, so etwas gehört einfach nicht auf die Straße. Jeder soll ja nach seiner eigenen Fasson leben und glücklich werden, aber da laufen auch kleine Kinde rum. Muss man das wirklich am helllichten Tage nach außen tragen?
Dann die ganzen Stände die irgendwelchen Quark für den Gay-Lifestyle anbieten. Schwule Wohnungen, schwule Tanzkurse, schwule Reisen, schwule Olympiade, schwuler Reiskocher, schwuler Fusselentferner - einfach alles was dazu dient der kauffreudigen und Besitz-anhäufenden Homogemeinde das Geld aus der Tasche zu ziehen. Und die lassen das das ja auch gerne mit sich machen, schließlich ist die Regenbogenflagge schon längst nicht mehr nur ein Symbol für Mannigfaltigkeit sondern ein in Mode gekommenes Lebenseinstellungs-Accessoire.
Zu letzt möchte ich bemängeln, dass solche Veranstaltungen oft von schlechten Geschmack und Trash-Hysterie dominiert werden. Die Leute nutzen es für ihren eigenen Schlagermove. Schrill gekleidet, mit hochprozentiger Alkoholmische in Plastikflasche bewaffnet torkeln sie dort zu den Bühnen und grölen den bemitleidenswerten ballermannartigen Auftritten zu. Eigentlich ne politische Veranstaltung, schon vergessen? Und wieso sieht man auf den Bühnen so ein Trashprogramm? Weil die Leute sich mit so einem Dreck zufrieden geben. Sie sind ja sowieso betrunken. Ich hab mal mit dem Handy gefilmt:

Ich finde es traurig, dass die ach so diskriminierte Homogemeinde solch ein Bild nach außen trägt. Auf der einen Seite wollen sie alle die Gleichberechtigung, und auf der anderen Seite gehen sie doch nur hin um sich zu besaufen und Geld auszugeben. Es ist geradezu dekadent wenn man sich mal vor Augen führt, wie zum Beispiel in Moskau auf so einer Veranstaltung noch gekämpft wird.
Ich fände es toll, wenn die Veranstalter das nächste Mal folgende Sachen anders machen würden: Politische Botschaft mehr in den Vordergrund stellen, weniger Ballermannfeeling durch weniger Bühnen, und dafür qualitativ bessere Auftritte garantieren. Würde es nicht auch ein gutes Zeichen aussenden, wenn ein paar angesehene Bands aufträten die mit der Szene eben NICHTS zu tun hätten? Dann würden auch noch andere Zielgruppen angesprochen. Wenn die Stände nicht nur eine Käufergruppe sondern auch andere Milieus ansprechen würden, dann würde sich auch das Publikum einer solchen Veranstaltung mehr mischen. Wäre das nicht viel besser für den Austausch zwischen den Bevölkerungsgruppen, damit man den Wunsch nach Gleichberechtigung durchsetzen kann?
Und dann sollte das nächste Mal das Ordnungsamt die schwarzen Schafe entfernen. Jemand der nackt rumläuft oder stock-besoffen ist, sollte freundlich nach Hause geschickt werden.
Vielen Dank an meine beiden Begleiter an dem Tag, durch euch war es erträglich. ;-)

Kommentare:

  1. Also ich muss sagen, dass angesichts solcher Veranstaltungen für mich ein Stück weit fast verständlich wird, warum so viele Leute homophob sind. Da muss ich mich als Schwuler ja fremdschämen bei sowas. Schade für die ganz ganz vielen Schwulen, die nicht so doof ticken. Solche Veranstaltungen, die quasi noch sämtliche Klischees die es so über Schwule gibt übertreffen dann unter dem Motto "Gleiche Rechte" laufen zu lassen - beschämend.
    Wenn es das ist, was man der Öffentlichkeit präsentiert braucht man sich nicht über Unverständnis wundern.

    Hoffentlich sind solche Sachen nicht wirklich der "Anfang vom Ende".

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  2. So ein Auftreten dient der Sache ganz bestimmt nicht.

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  3. In einigen Punkten muss ich dir voll und ganz zustimmen: Die ganzen Leder-typen können ruhig zu Hause bleiben, aber irgendwo sind sie auch lustig anzusehn.

    Die Zielgruppe sind und bleiben nunmal die Schwulen, und da ein großteil nunmal auf diese tuckigen, schlechten Auftritte liebt, werden diese wohl immer existieren und als Lockvogel dienen.

    Jedoch kommt dabei, wie du sagtest, der eigentliche Sinn der Veranstaltung zu kurz. Die ein oder zwei Info-Stände waren vllt. ein wenig zu wenig.

    Jedoch darf man auch nicht die andere Seite vergessen: Viele Aussteller auf diesem "Fest" nutzen diese zwei Tage für ihre eigenwerbung oder doch mal wirklich um einigen zu Informieren oder vllt. auch zu inspirieren.

    Letztendlich ist das ganze aber nur Geldmacherei und keine Info-Veranstaltung...

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  4. ich weiß genau, was du meinst.
    hier kommt der mega-stadtfest-hype: die kieler woche. obwohl ich genau weiß, wie enttäuscht, um nicht zu sagen depri ich jedes mal bin, kann ich es kaum erwarten, hinzugehen, überteuertes piesch-bier ausm wabbeligen plastikbecher zu trinken und mir die kotzenden komasäufer anzugucken, denn in meiner phantasie sehe ich jedes mal lauschige,romantische und super lustige sommerabnede vor mir.

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  5. Warum, so fragst du dich zu Recht, gehst du hin, wenn du bereits vorher zu wissen scheinst, dass es dich nerven wird? Und warum regt dich auf, wenn zu einem lesbisch-schwulen Stadtfest, Achtung, Überraschung: Lesben und Schwule erscheinen, und so feiern, wie es eben nicht dir, sondern ihnen Spaß macht? Wenn dich Outfits (oder auch sehr sparsame Outfits) stören, geh nicht hin oder schau weg. Aber schwing nicht die affige "es sind auch Kinder dort"-Keule. DU kannst es nicht ertragen, also sag das auch offen. Schwul-Lesbische Partys oder Stadtfeste sind, wie andere Partys oder Stadtfeste übrigens auch (solltest du wissen, du scheinst ja Experte für Stadtfeste zu sein!), Orte, an denen, wenig verblüffend, gefeiert und getrunken wird. Dies scheinst du ebenso zu halten, wenngleich unter dem albernen Deckmäntelchen, es "sonst nicht ertragen" zu können. Nicht das Fest stört dich, sondern Lebensweisen, die von deiner abweichen. Das macht dich, sorry, in meinem Augen zu einem vorgestrigen, unsympatischen Sackgesicht! Nichts für ungut!

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  6. Ich weiss gar nicht wo das Problem ist. Ich finde solche Feste ganz cool. Auch wenn die alle Homosexuelle so extrem sind :-)

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  7. Nein, sorry. Schwule und Lesben sind so nicht dafür erschaffen worden.
    Leider haben die alle einen defekt im Gehirn, welcher dies zulässt.
    Das auch noch Kinder mithineingezogen werden in z.B. Form von Adoption ist einfach nur zum kotzen.

    Wie mit Pornographie: Es muss immer heftiger werden.....

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